Zutaten aus der Küche:
Die Zwiebel

Viele Zutaten für bewährte Hausmittel finden wir in der Küche und in der Vorratskammer. Dazu zählt auch die Zwiebel, die in der Naturheilkunde vielseitig eingesetzt wird. Sie kann bei Erkältungskrankheiten und Ohrenschmerzen, aber auch bei Insektenstichen und Zahnweh helfen.
Warum uns die Zwiebel zum Weinen bringt
Die Zwiebel ist eine der ältesten Heil- und Gewürzpflanzen und auf der ganzen Welt zu finden. Ihre Inhaltsstoffe sind inzwischen gut erforscht. Jeder kann ihre starke Wirkung beim Zwiebelschneiden erleben:
Mit jedem Schnitt werden Zellen der Zwiebel zerstört, sodass das Enzym Alliinase mit der Aminosäure Isoalliin aus der Zellwand in Kontakt kommt. Bei einer chemischen Reaktion entstehen verschiedene Abbauprodukte – etwa das stechend riechende Allicin und das reizende Gas Propanthial-S-oxid. Dadurch werden die Schleimhäute gereizt, die Augen brennen und die Tränen fließen.
Hausmittel mit Zwiebeln – von Zwiebelsöckchen bis Hustensaft
Diese ätherischen Schwefelöle, aber auch weitere Inhaltstoffe wie Mineralien und Vitamine sind für die heilenden Kräfte der Zwiebel verantwortlich. Bekannt ist ihre entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung, die in vielen Hausmitteln genutzt wird. Schleim und Sekrete werden gelöst, was das Gewebe abschwellen lässt.
In der dunklen Jahreszeit können Zwiebelsöckchen unterstützen, die Abwehrkräfte zu mobilisieren. Dafür füllt man eine fein gehackte Zwiebel in einen Strumpf, der mit einem Haushaltsgummi zugebunden wird. Wird er in der Hand etwas gequetscht, treten noch mehr ätherische Öle aus. Der Strumpf wird in der Nacht neben das Kopfkissen oder ans Bett gelegt, um den Schleim zu lösen und verstopfte Näschen zu befreien.
Bei Ohrenschmerzen bietet eine Ohrkompresse Soforthilfe: Zwiebel fein hacken und in einen dünnen Kniestrumpf oder einen Teefilter füllen. Das Ende mit einem Gummi verschließen und auf einer Wärmeflasche oder einem umgedrehten Kochtopfdeckel über Wasserdampf auf Körpertemperatur bringen. Die Rolle um die gesamte Ohrmuschel legen, mit Heilwolle abdecken und mit einem Stirnband oder einer engen Mütze fixieren. Zwei- bis dreimal täglich für rund 30 Minuten anwenden, solange es sich gut anfühlt.
Ein Zwiebel-Fußsohlenwickel kann bei Nasennebenhöhlenentzündungen, Ohren- und Zahnungsbeschwerden helfen. Dabei wird die Verbindung der Fußsohle zum gesamten Körper über die Reflexzonen genutzt. Dicke Zwiebelscheiben auf einem umgedrehten Kochtopfdeckel über Wasserdampf erwärmen und auf die warmen (!) Fußsohlen geben. Mit Heilwolle bedecken, fixieren und dicke Wollsocken darüber ziehen. Etwa ein bis zwei Stunden anwenden, solange die Füße warm sind und die Kinder mitmachen.
Bei Husten ist ein Zwiebelhustensaft schnell zubereitet: Eine mittelgroße Zwiebel fein hacken und in einem kleinen Topf mit Thymiantee übergießen, sodass sie gerade bedeckt ist. Für eine halbe Stunde einkochen und nach dem Abkühlen mit drei bis vier Esslöffeln Honig verrühren. In ein kleines Schraubglas füllen und im Kühlschrank aufbewahren. 2- bis 5-mal täglich einen Teelöffel der Flüssigkeit (ohne Zwiebelstücke) einnehmen.
Und im Sommer lindert die Zwiebel den Schmerz eines Insektenstichs, da ihr Saft Reiz- und Giftstoffe bindet. Die Einstichstelle so schnell wie möglich mit dem Saft einer frisch angeschnittenen Zwiebel einreiben. Eine frische, dicke Zwiebelscheibe auflegen und mit einer Mullbinde fixieren.
Die Zwiebel in der Homöopathie
Im Übrigen findet die Zwiebel auch in der Homöopathie Anwendung. Für die Herstellung von Allium cepa werden frische Zwiebeln verwendet. Das homöopathische Mittel wird unter anderem bei Heuschnupfen, Erkältungsschnupfen und Ohrenschmerzen eingesetzt. Merke: Wer Allium cepa braucht, fühlt sich draußen meist besser.